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Deutsch

Schizophrenie im Angesicht des Leib-Seele-Problems: Eine Erörterung und Bewertung der bestehenden Lösungsansätze anhand auditiver Halluzinationen


Mike Lüdmann
[Journal für Philosophie & Psychiatrie, Jg. 2 (2009), Ausgabe 1]

Zusammenfassung

Der vorliegende Text schlägt eine Brücke zwischen empirisch fundierter psychologisch-psychiatrischer Forschung und philosophischer Reflektion zum Leib-Seele-Problem. Dazu wählt er das Beispiel der vor allem in der Psychopathologie der Schizophrenie auftretenden auditiven Halluzinationen.
Die intuitiv plausiblen dualistischen Lösungskonzeptionen zum Leib-Seele-Problem erweisen sich sowohl im Hinblick auf ihre begrifflich-theoretische Stimmigkeit als auch im Hinblick auf die empirische Datenlage zur Schizophrenie als problematisch.
Einen vielversprechenden Ansatz stellt die monistische Konzeption der Identitätstheorie dar. Die wahrgenommene qualitative Verschiedenheit der sich in der psychischen und der neuronalen Dimension manifestierenden Phänomene liegt ihr zufolge nicht an der Verschiedenheit der Phänomene selbst, sondern an der unterschiedlichen Repräsentation ein und desselben Geschehens im Bewusstsein des Betrachters. Die Identitätstheorie widerspricht nicht der kausalen Geschlossenheitsannahme der physischen Welt bzw. dem Energieerhaltungssatz. Weiterhin konnte aufgezeigt werden, dass die in der Pathogenese der Schizophrenie vielfach postulierten Interaktionsprozesse zwischen psychischen und physischen Aspekten von der Identitätstheorie integriert werden können.
Auch der Funktionalismus weist eine Reihe an Vorzügen auf. So lassen sich mit Rückgriff auf funktionalistische Erklärungsansätze viele pathogenetische Facetten der Schizophrenie verständlich machen. Das Problem ist nur, dass sich der klassische Funktionalismus in Bezug auf die ontologische Dimension des Leib-Seele-Problems in Schweigen hüllt und die Beschaffenheit der konkret vorliegenden neuronalen Prozesse im schizophrenen Krankheitsgeschehen als nebensächlich angesehen wird.

Schlüsselwörter: Schizophrenie, Leib-Seele-Problem, Dualismus, Identitätstheorie, Funktionalismus

Abstract

Using the example of auditory hallucinations which especially occur in the psychopathology of Schizophrenia this text tries to bridge the gap between empirical research in psychology or psychiatry and philosophical reflection on the mind-body problem.
It is a fact that the neuronal manifestations of Schizophrenia are significantly associated with psychic characteristics of this disorder. But nevertheless, it is questionable how these dimensions of Schizophrenia are related to each other, exactly.
The suggested intuitive plausible dualistic solutions of the mind-body problem are problematic with regard to conceptual consistency as well as to the empirically founded theories about Schizophrenia. The difficulty resulting from the Epiphenomenalism is the fact that the causal role of psychic processes is negated. Consequently, a contradiction results to established pathogenetic models of Schizophrenia. So the impact of psychosocial stress, which is postulated in the diathesis-stress model, can only be integrated indirectly by reducing the factors, which are assumed here, to physical entities in their causal potency. There are different problems regarding the interactionist dualism. According to the premises of dualism mental processes must be understood as immaterial phenomena. However, assuming these processes to be able to influence physical entities causally the consequence is a contradiction to basic physical principles, which are the assumption of the causal closure of the physical world and the law of the conservation of energy.
A promising approach seems to be the monistic conception of the Identity Theory of Mind. A psychic manifestation of Schizophrenia and the corresponding neuronal process fuse into only one event, which can be called psychophysical units. The perceived qualitative difference between the phenomena which appear in the psychic and neuronal dimension cannot be ascribed to a difference between the phenomena themselves, but to the different representation of one and the same event in the mind of the observer. In contrast to Interactionism the Identity Theory of Mind does not contradict to the causal closure of the physical world and to the law of the conservation of energy. Furthermore, it can be demonstrated that the processes of interaction between psychic and physical entities, often being postulated within the Pathogenesis of Schizophrenia, can be integrated by the Identity Theory of Mind.
Functionalism holds advantages, too. Functionalist Explanations make it possible to understand many pathogenetic aspects of Schizophrenia. In this way psychopathological phenomena can be accounted for failed attempts to induce certain functional states. According to the Functionalism two psychic processes of similar type cannot necessarily be ascribed to a certain neuronal process, but they can only be regarded as functional equivalent. Consequently, the resulting problem is that the concrete observed processes in the disease pattern of Schizophrenia cannot be considered sufficiently. A reasonable research paradigm should be raised from the connection between principles from Identity Theory of Mind and Functionalism.

Key words: Schizophrenia, Mind-Body Problem, Dualism, Identity Theory of Mind, Functionalism

Einleitung

Eine schwierige und in der Erforschung der Schizophrenie kaum thematisierte Frage ist die nach dem genauen Zusammenhang der in der Psychopathologie ausführlich beschriebenen phänomenologischen Symptomatik und der in der Medizin, Psychologie und in den Neurowissenschaften gewonnenen Daten. Dass korrelierende neuronale Aktivitäten und psychische Manifestationen in einer engen Beziehung zueinander stehen, ist nicht zu bezweifeln. Aber wie genau hängt es zusammen, dass einerseits im Bewusstsein eines Betroffenen eine Halluzination auftritt und andererseits zeitgleich erhöhte Aktivitäten in bestimmen Hirnregionen oder auch Veränderungen im Neurotransmitterhaushalt zu verzeichnen sind? Die hier aufgeworfene Frage nach dem Zusammenhang von mentalen und physischen Entitäten ist ein philosophisches Grundproblem und wird als „Leib-Seele-Problem“ oder auch „Körper-Geist-Problem“ bezeichnet. Es ist das zentrale Thema der so genannten Philosophie des Geistes. Es wird heute vornehmlich als die Frage nach der Möglichkeit von kausalen Beziehungen zwischen psychischen und physischen Ereignissen formuliert. Typische Fragen sind: Wie ist es möglich, dass Gedanken und Willensakte körperliche Bewegungen initiieren? Was bedeutet es, dass physikalische Reizungen unseres sensorischen Systems subjektive Empfindungen und Wahrnehmungserlebnisse nach sich ziehen? Eine weitere Dimension des Leib-Seele-Problems ist der Aspekt des ontologischen Status’ mentaler Zustände. So fragt Metzinger (2007): „In welchem Sinne sind - zum Beispiel - Gedanken oder Gefühle reale Zustände, echte Bausteine der Wirklichkeit, die eine eigene kausale Rolle spielen? Sind sie wirklich in der Welt?“ (S. 11).

Wenn sich die Philosophie des Geistes der Beantwortung dieser Fragen widmet, ist sie um eine logische, erkenntnistheoretische und wissenschaftstheoretische Analyse der Grundannahmen bemüht, mit denen sich empirische Wissenschaften wie die Psychologie oder die Kognitions- und Neurowissenschaften dem Geist oder dem Verhältnis von psychischen und physischen Vorgängen nähern. Die wissenschaftliche Relevanz solcher Analysen zeigt sich darin, dass sich die mit der Leib-Seele-Problematik in Berührung kommenden Wissenschaften in dieser Frage letztlich nicht gänzlich „neutral“ verhalten können. Eine Nicht-Thematisierung heißt nicht, dass hierzu kein Standpunkt eingenommen wird. Wissenschaftliche Arbeit findet nie in einem theoriefreien Raum statt, denn ‚objektive’ empirische Daten bestehen nie für sich, sondern werden immer unter bestimmten Gesichtspunkten betrachtet und bedürfen der Interpretation1. Und diese Interpretation kann in wichtigen Punkten stark in Abhängigkeit von der ihr zugrunde gelegten Auffassung des Leib-Seele-Verhältnisses schwanken. Diese explizit zu machen, birgt daher die Möglichkeit, dass bestehende Forschungshindernisse, die aus einer nur implizit vorhandenen und von Forschungsbereich zu Forschungsbereich bzw. sogar von Forscher zu Forscher divergierenden Betrachtungsweise resultieren, erkannt und ausgeräumt werden können.

Im Folgenden sollen exemplarisch die Auswirkungen der verschiedenen diskutierten Lösungsverschläge zum Leib-Seele-Problem für das Verständnis des Zusammenhangs von phänomenologischen und neuronalen Aspekten der Schizophrenie erörtert werden. Es sollen die sich daraus ergebenden Konsequenzen für das Störungsbild der Schizophrenie thematisiert und auf ihre Konsistenz hin untersucht werden.

Es ist natürlich in diesem Rahmen nicht möglich, den derzeitigen Forschungsstand in seiner Fülle als Diskussionsgrundlage zu verwenden, sondern es sollen exemplarisch immer nur ganz bestimmte ‚materielle Data’ aufgegriffen werden, um ihr theoretisch mögliches Verhältnis zu den psychopathologischen Manifestationen zu diskutieren. Der empirische Gehalt und die Vollständigkeit der im Folgenden vorgenommenen Assoziationen von neuronalen und psychischen Prozessen und Strukturen ist natürlich weitestgehend spekulativ, da die Erforschung der Schizophrenie noch lange nicht abgeschlossen ist. Es ist davon auszugehen, dass neben den hier dargelegten Assoziationen (von z.B. Stimmenhören und Aktivitäten in den auditorischen Arealen) wie bei jedem komplexen psychischen Prozess eine Menge weiterer neuronaler Prozesse oder sogar ganze Netzwerke beteiligt sind, die nicht aufgeführt werden. Es soll aber auch gar nicht um eine empirisch exakte und vollständige Lokalisation mentaler Zustände gehen, sondern um die Frage der prinzipiellen Stimmigkeit der bestehenden empirischen Datenlage auf dem Fundament der verschiedenen Lösungsvarianten des Leib-Seele-Problems.

Die Ätiologie der Schizophrenie ist bisweilen in großen Teilen noch ungeklärt. Es besteht kein klar definierbares, für die Krankheit typisches somatisches Substrat. Nichtsdestotrotz soll hier zur besseren Anschaulichkeit der Argumentation ein fiktiver neuronaler Prozess N1 angenommen werden, der als Ursache von psychopathologischen Erscheinungen wie Halluzinationen fungiert.

Epiphänomenalismus: Psychopathologische Manifestationen als Begleiterscheinung neuronaler Prozesse

Dualistische Vorstellungen sind bereits in alten Mythen und religiösen Texten zu finden, aber es war Descartes (1986), der das Prinzip der Zweiheit der Substanzen als unverrückbare Gewissheit herauszustellen suchte und in einen größeren philosophischen Rahmen einbettete. Er schuf einen Substanzdualismus, der strikt zwischen Geist (res cogitans) und Materie (res extensa) unterscheidet. Es existieren demnach zwei verschiedene Sphären, die in einem irgendwie gearteten Verhältnis zueinander stehen müssen, welches auf verschiedene Weise bestimmbar ist, so dass sich unterschiedliche dualistische Lösungsalternativen des Leib-Seele-Problems ergeben. Als Unterscheidungskriterium lässt sich die Verursachungsfähigkeit materieller Aktivitäten durch geistige Vorgänge heranziehen. Im Folgenden soll auf die beiden wichtigsten dualistischen Ansätze, den Epiphänomenalismus und den interaktionistischen Dualismus, eingegangen werden.

Die Vertreter der epiphänomenalistischen Variante des Dualismus lehnen die Verursachungsfähigkeit materieller Aktivitäten durch geistige Vorgänge ab. Ihrer Meinung nach begleiten die geistigen Vorgänge lediglich die materiellen Aktivitäten, ohne die Möglichkeit, diese beeinflussen zu können. Obgleich angenommen wird, dass mentale Ereignisse durch physikalische Ereignisse verursacht werden, sind mentale Ereignisse selbst hier nur Epiphänomene. „Es handelt sich bei ihnen um die absoluten Endpunkte kausaler Ketten“ (Kim, 1998, S. 143). Bestimmte Bewusstseinsinhalte wie Gedanken und Empfindungen können somit nicht selbst handlungswirksam werden. Alles Geschehen in der res extensa vollzieht sich in deterministischen Bahnen, auf die wir mittels unserer Gefühle und Gedanken keinen Einfluss haben.

Was bedeutet es nun aber, wenn wir die phänomenologischen und neuronalen Störungsaspekte im Sinne des Epiphänomenalismus auffassen? Auf der einen Seite finden wir beispielsweise das Erleben einer halluzinierten auditiven Erscheinung („Stimmenhören“), auf der anderen damit assoziierte neuronale Strukturen und Prozesse. In diesem konkreten Fall könnten dies, wie von Dierks et al. (1999) ermittelt haben, Aktivitäten in den auditorischen Arealen sein, die denen beim normalen Hören von auditiven Stimuli entsprechen.

Da wir es in der Denkweise des Dualismus mit zwei Wirklichkeitsbereichen zu tun haben, kann die halluzinierte Stimme nicht mit der neuronalen Aktivität gleichgesetzt bzw. identifiziert werden. Sie muss als ein eigenständiges Phänomen aufgefasst werden. Für die hier tangierte epiphänomenalistische Spielart des Dualismus gilt weiterhin, dass die psychischen Geschehnisse die materiellen Aktivitäten nur begleiten, ohne die Möglichkeit einer verursachenden Einflussnahme. Die psychopathologischen Erlebnisqualitäten wären demnach als eine reine Begleiterscheinung neuronaler Prozesse aufzufassen. Somit kann konsequenterweise aber auch die Möglichkeit ausgeschlossen werden, dass die neuronalen Aktivierungsmuster auf der materiellen Seite ein sekundäres Phänomen sind, in dem Sinne, als dass sie als Folge der Halluzination (als angenommenes Primat) interpretiert werden könnten. Die Daten lassen nur die gegenteilige Erklärungsrichtung zu: Die Aktivität in den auditorischen Arealen zieht das Stimmenhören nach sich. Sie lässt sich als eine (zumindest unmittelbare) Ursache der Halluzination interpretieren.

Folgt man den Prämissen des Epiphänomenalismus in strenger Art und Weise, muss man feststellen, dass die neuronalen Prozesse beim Betroffenen Teil einer stringenten Kausalkette rein materieller Gegebenheiten sein müssen. Da ein mentaler Zustand, als immaterielle Entität konstruiert, nicht ‚materialisiert’ oder ‚neuronalisiert’ werden kann, wäre es überhaupt sinnlos, irgendwelche Vorgänge im Bewusstsein des Betroffenen ursächlich mit seiner körperlichen Entwicklung in Verbindung bringen zu wollen. Somit würde die sich im Bewusstsein des Betroffenen abzeichnende Lebensgeschichte in völliger Bedeutungslosigkeit für das Auftreten der physiologischen Störungsaspekte versinken. Es müssen allein pathologische neurophysiologische Prozesse und/oder neuroanatomische Abweichungen für das Auftreten der Störungsphänomene verantwortlich sein.

Aus z.B. den Zwillingsstudien Kallmanns (1938) ist allerdings auch klar zu ersehen, dass, wenn Schizophrenie ausschließlich durch genetische Faktoren verursacht wäre, bei beiden prädisponierten eineiigen Zwillingen die gleiche Tendenz vorliegen müsste, die Krankheit zu entwickeln, da sie exakt das gleiche genetische Material besitzen. Die Tatsache, das dem nicht so ist, denn wir haben es bei Erkrankung eines Zwillings nur mit einer Auftretenswahrscheinlichkeit für den anderen Zwilling von 48 % zu tun, wird als zuverlässiges Indiz dafür gewertet, dass auch Umweltfaktoren in das Auftreten der Störung involviert sein müssen. In diesem Sinne geht auch der Diathese-Stress-Ansatz von einer großen Bedeutung von psychosozialem Stress für das Auftreten von Schizophrenie aus. Eine psychische Umwelt bzw. die sich im Bewusstsein des Menschen abzeichnende Interaktion mit seiner Umgebung scheiden aber im epiphänomenalistischen Dualismus, wie gerade erörtert, als kausal relevante Größen aus. Besteht hier also ein Widerspruch zwischen den theoretischen Implikationen des Epiphänomenalismus und der empirischen Datenlage zur Schizophrenie?

Nicht zwangsläufig. Es ist natürlich möglich anzunehmen, dass die involvierten nicht-genetischen Faktoren rein materielle Gegebenheit sind. So dürften in der Tat virale Infektionen während der Schwangerschaft oder perinatale Verletzungen die anatomische Gehirnentwicklung beeinflussen, wie es Untersuchungen von Wright, Takei, Rifkin und Murray (1995) oder von Geddes und Lawrie (1995) aufgezeigt haben. Im Fall des psychosozialen Stresses erscheint eine solche ‚Materialisierung’ auf den ersten Blick nicht möglich zu sein, denn sie widerspräche der Prämisse des Dualismus, die Psychisches und Physisches klar voneinander trennt. Allerdings muss man berücksichtigen, dass bei der Theoriebildung des Diathese-Stress-Ansatzes zwar ein (implizites) Verständnis des Mentalen als etwas Immateriellem und nichtsdestotrotz kausal Wirksamem vorgelegen haben mag, hiermit aber noch kein Wirklichkeitsanspruch begründet ist. Die in diesem Kontext postulierten Faktoren (z.B. belastende Interaktionen mit Eltern oder Peers) können in ihrer Wirksamkeit ebenso auf physische Entitäten zurückgeführt werden.

Es kann also konstatiert werden, dass es zwar gewisse Schwierigkeiten gibt, wenn man beide Krankheitsdimensionen der Schizophrenie unter Maßgabe des Epiphänomenalismus in Beziehung setzt, diese aber nicht zu unüberwindbaren Widersprüchen führen. Allerdings ergibt sich ein Bild der Störung bzw. der ursächlichen Einflussfaktoren, das von der herkömmlichen Betrachtungsweise bzw. von (impliziten) Annahmen in der Theoriebildung abweicht.

Interaktionistischer Dualismus: Psychopathologische Manifestationen als mögliche Folge und mögliche Ursache neuronaler Prozesse

Anders als die Epiphänomenalisten gehen die Vertreter des interaktionistischen Dualismus, zu denen u.a. Descartes selbst und auch Karl R. Popper (1994) sowie der Hirnforscher John C. Eccles (Popper & Eccles, 1982) gehören, an die Problemlösung. Geist und Gehirn können sich gegenseitig beeinflussen, so dass Verursachungsbeziehungen in beiderlei Richtungen als möglich angesehen werden. Bestimmte psychische Erscheinungen wie Gedanken und Empfindungen können Nervenimpulse auslösen, die schließlich in einer körperlichen Reaktion münden und umgekehrt ist es auch möglich, dass neuronale Prozesse – z.B. über die Wahrnehmung – geistige Vorgänge beeinflussen und bestimmen können. Diese dualistische Denkweise erscheint sehr vertraut, weil sie das widerspiegelt, was man im täglichen Leben erfährt. Nämlich, dass man mit seinem nichtstofflichen Willen Bewegungen seines stofflichen Körpers initiieren kann oder dass, wenn man sich mit einer scharfen Klinge in den Finger schneidet, ein Erleben von Schmerz einsetzt.

Wenn man die Prämisse des Dualismus unter zeitlichen Aspekten untersucht, ist ableitbar, dass es sich um ein Nacheinander der beiden Phänomene handeln muss. Dies ergibt sich aus der Annahme zweier klar zu trennender Entitäten, was einfach anders ausgedrückt, einer Nicht-Identität des mentalen und physischen Geschehens gleichkommt. Wenn das eine auf das andere wirkt, kann man bei Letzterem also nur von einer Folgeerscheinung sprechen.

Zunächst ist es demnach also denkbar, dass es sich wie im Epiphänomenalismus verhält, sodass eine im Krankheitsgeschehen der Schizophrenie auftretende Halluzination eine Folge der Aktivität in den sinnesspezifischen Arealen ist (oder – wenn man den Rahmen weiter fasst – eines unbekannten neuronalen Prozesses N1). Genauer gesagt, muss hier zwischen dem physischen Prozess als Primat und der durch ihn verursachten Fehlwahrnehmung als sekundäres Phänomen unterschieden werden. Dies ist gleichzeitig die Verursachungsrichtung, die den diskutierten neurophysiologischen Modellvorstellungen zu Eigen ist. So wird im Rahmen des Weinberger Modells (Weinberger, 1987) postuliert, dass die positiven Symptome der Schizophrenie (wie Halluzinationen oder kognitive Denkstörungen) aus einer Überaktivierung der mesolimbischen Bahnen und die negativen Symptome (wie kognitive Defizite) aus einer Aktivitätsabnahme in den mesokortikalen Bahnen des dopaminergen Systems und auch aus gestörten Synchronisationsprozessen (z.B. Uhlhaas & Singer, 2006) resultieren.

Anderseits muss – entgegen dem Epiphänomenalismus – auch die entgegengesetzte Verursachungsrichtung als möglich angesehen werden. Die im Rahmen der Schizophrenie auftretenden psychopathologischen Manifestationen können also sowohl als Folge, aber auch als Ursache neurophysiologischer Prozesse angesehen werden. Psychische Vorgänge als psychische Vorgänge2 haben eine eigene Wirkmächtigkeit, mit der sie gezielt physische Veränderungen und insbesondere auch neurophysiologische Prozesse hervorrufen oder modulieren können.

Mit der Einräumung dieser Verursachungsrichtung lässt sich aber ebenso der Fall konstruieren, dass nicht N1 bzw. die Aktivität in den auditorischen Arealen das Stimmenhören bewirkt, sondern dass ganz im Gegenteil die im Bewusstsein auftretende Halluzination auf der physischen Seite neuronale Prozesse auslöst, die mit N1 in Verbindung stehen könnten, was wiederum die Aktivitäten in den auditorischen Arealen nach sich zieht. Das nun als Primat fungierende psychische Geschehen ließe sich somit potentiell als Ursache der nun sekundären neuronalen Vorkommnisse interpretieren. Diese Verursachungsrichtung scheint allerdings dem allgemeinen Verständnis zuwider zu laufen. Dies könnte in dem Umstand begründet sein, dass man sich, wenn man diese Verursachungsrichtung heranzieht, schnell in Widersprüchlichkeiten verstricken kann. Da wir uns weiterhin im Terrain des Dualismus befinden und somit klar zwischen dem materiellen und psychischen Seinsmodus differenziert werden muss, kann die vorliegende psychische Manifestation nicht als physischer Prozess aufgefasst werden – sie muss ein immaterielles Phänomen sein. Wenn wir aber ein Einwirken eines nicht-physischen Ereignisses auf physisches Geschehen als prinzipiell möglich erachten, kommt man bekanntlich in die Schwierigkeit, dass dies eine Verletzung der Geschlossenheit der physischen Welt bzw. des Energieerhaltungssatzes bedeuten würde. Beide Prinzipien laufen auf die Annahme hinaus, dass wenn „ein physisches Ereignis zu einem Zeitpunkt t eine Ursache hat, dann hat es zu t eine physikalische Ursache“ (Metzinger, 2007, S. 14). Da dieses Grundpostulat dem gesamten naturwissenschaftlichen Gegenstandsentwurf zugrunde liegt, hätte eine geduldete Verletzung schwerwiegende Konsequenzen. Denn wenn es für einen immateriell gedachten Geist möglich sei, materielle Gegebenheiten (wie einen menschlichen Körper oder auch nur einzelne seiner Atome) in Bewegung zu setzen, dann ist fraglich, woher die Energie kommen soll, mit der dies vollbracht wird. Um dieses Dilemma zu beheben, wurden immer wieder Versuche unternommen, einen autonomen Geist zu konzipieren, der auf nicht-physische Weise auf das physische Gehirn wirken kann, ohne die physikalischen Gesetze zu verletzen. So werden von dualistisch ausgerichteten Neurowissenschaftlern wie Eccles (Popper & Eccles, 1982) und Libet (2007) Theorien vertreten, in denen Bewusstseinsgeschehnisse als „mentale Felder“ aufgefasst werden oder in denen der Geist auf ‚quantenphysikalische’ Art die Wahrscheinlichkeit des Auftretens physiologischer Ereignisse beeinflussen können soll. Die Tatsache, dass hierfür in der Empirie kaum Evidenz besteht, lässt den interaktionistischen Dualismus insgesamt nicht sehr überzeugend erscheinen.

Identitätstheorie: Psychopathologische Manifestationen und neuronale Prozesse als Betrachtungsebenen ein und desselben Geschehens

Monistische (also nur eine ‚Substanz’/Wirklichkeit anerkennende) identitätstheoretische Konzeptionen versuchen, den geistigen und materiellen Aspekten gleichermaßen Rechnung zu tragen. Psychische Vorgänge und die mit ihnen in Zusammenhang stehenden physiologischen Prozesse werden als etwas Identisches aufgefasst. Dass uns Psychisches und Physisches so verschieden erscheint, liegt einfach daran, dass wir zu ein und denselben Gegebenheiten in der Welt einen unterschiedlichen Zugang haben: „Wir erklären uns die Verschiedenheit der Erscheinungsweise damit, daß sie von der Verschiedenheit des Standpunktes herrührt, den der Beobachter dazu einnimmt. Als etwas Geistiges erscheint der Vorgang von einem innerlichen Standpunkte aus, als etwas Leibliches von einem äußerlichen Standpunkte“ (Fechner, 1922, S. 112). Im Rahmen der hier zugrunde gelegten Vorstellung einer psychophysischen Identität verschmelzen also nun die psychopathologischen Manifestationen der Schizophrenie und die mit ihnen korrespondierenden neuronalen Vorgänge zu einem einzigen Geschehen.

Im Gegensatz zu einem interaktionistischen Dualismus widerspricht die Identitätstheorie in keiner Weise dem Energieerhaltungssatz oder der kausalen Geschlossenheitsannahme der physischen Welt. Da mentale Vorgänge immer auch eine physische Realität haben, gibt es keine durch das Einwirken eines immateriellen Geistes geschuldeten Unterbrechungen des Ursache-Wirkungs-Vollzugs der physikalischen bzw. physischen Phänomene.

Es bestehen sowohl innerhalb der Dimension psychischer als auch innerhalb der Dimension physischer Gegebenheiten kausale Beziehungen, die den Fortgang des jeweiligen Geschehens determinieren. Zum einen kann man die physische Kausalkette heranziehen und hier womöglich einen Verlauf feststellen, der von einer genetisch fixierten Vulnerabilität über perinatale Ungunstfaktoren, gestörte Zellwanderungsprozesse, eine fehlgeleitete anatomische Gehirnentwicklung, funktionale neurophysiologische Defizite bei Vorhandensein bestimmter krankheitsauslösender (physikalischer) Umweltbedingungen zu den für Schizophrenie typischen neuronalen Erscheinungen führt. Bei theoretisch zeitgleicher Betrachtung des Verlaufs der psychischen Ereignisse zeigen sich im Laufe der Lebensgeschichte des Betroffenen vielleicht, wie von Scharfetter (1999) vermutet, Störungen in den verschiedenen basalen Ich-Dimensionen, die im Bereich des psychischen Kausalgeschehens als eine Ursache der psychischen Störungen interpretiert werden können.

Das Entscheidende ist, dass es sich unter den Voraussetzungen der Identitätstheorie tatsächlich nur um eine Verlaufsreihe handelt, die auf verschiedenen Ebenen betrachtet wird. Die wahrgenommene qualitative Verschiedenheit der sich in der psychischen und der neuronalen Dimension manifestierenden Phänomene liegt nicht an der Verschiedenheit der Phänomene selbst, sondern nur an der unterschiedlichen Repräsentation ein und desselben Geschehens im Bewusstsein des Betrachters. So können die sich im Geiste des Betroffenen ereignende auditive Halluzination und die gleichzeitig mit bildgebenden Verfahren gut feststellbaren neuronalen Aktivitäten im auditorischen Kortex als unterschiedliche Repräsentationsformen ein und desselben Phänomens aufgefasst werden. Was an ihnen die Verschiedenheit ausmacht, ist kein ihnen eigener grundsätzlicher Wesensunterschied im Sinne eines Dualismus, sondern nur die Verlagerung unseres Blickwinkels. Die in der subjektiven Perspektive seines Bewusstseins erfahrenen Geschehnisse könnte ein wortgewandter schizophrener Patient in den von Scharfetter (1999) in Anlehnung an Jaspers (1973) herausgestellten fünf basalen Dimensionen der Ich-Vitalität, Ich-Aktivität, Ich-Demarkation, Ich-Konsistenz und Ich-Identität beschreiben. Wenn zeitgleich ein Neurowissenschaftler bei demselben Patienten Untersuchungen mittels fMRT vornimmt und Aktivierungsmuster in bestimmten neuronalen Systemen entdeckt, dann handelt es sich bei den hier aus der Außensicht – also einer ‚objektiven’ Perspektive – erhobenen Daten nicht weniger um eine Beschreibung ein und desselben Geschehens. Es ist in diesem Fall wiederum nur ein anderer, distanzierterer Betrachtungsstandpunkt. Natürlich kann man problematisieren, ob es denn wirklich dasselbe ist, was der Schizophrene und der Neurowissenschaftler sehen bzw. worauf sie sich beziehen. Und genau hierin liegt der Unterschied: Sie sehen tatsächlich etwas anderes. Dem schizophrenen Patienten erscheint in seiner subjektiven Erlebnisperspektive eine Halluzination, der Forscher erfasst mittels fMRT bestimmte Aktivierungsmuster im Gehirn. Doch beziehen sich beide letztendlich tatsächlich auf dasselbe; beide sind mit ein und demselben Wirklichkeitsausschnitt aus jeweils anderer Perspektive konfrontiert.

Allerdings wird in diesem Kontext immer wieder die Frage aufgeworfen, ob die Identitätstheorie nicht durch den Umstand in Zweifel gezogen wird, dass die bei einer solchen Identifikation mit der Erlebnisperspektive des Schizophrenen gleichgesetzte „Dritte-Person-Perspektive“ des Forschers selbst untrennbar an eine „Erste-Person-Perspektive“ gebunden ist und somit offenbar keine ‚restlose’ Identifikation möglich ist. Dieses erkenntnistheoretische Argument hat sicher seine Berechtigung, dennoch ergibt sich daraus kein grundsätzlicher Einwand gegen die Identitätstheorie, bei der es sich um eine ontologische Position handelt. So enthält der Monismus „keine direkten Festlegungen darüber, wie sich unser Wissen über neuronale Prozesse zu unserem Wissen über mentale Prozesse verhält, vielmehr macht er eine Aussage über das Verhältnis dieser Prozesse selbst“ (Pauen, 2005). Nichtsdestotrotz ist es wichtig, sich vor Augen zu führen, dass das tatsächliche physische Ereignis im Gehirn des Patienten, auf das sich der Hirnforscher bezieht, nicht mit dem Erlebnis gleichgesetzt werden darf, das dieser mittelbar über z.B. fMRT-Aufnahmen davon hat. Ansonsten käme es zu einer überaus problematischen Verwechslung von Evidenz und Referenz durch den so genannten „Fehlschluss der Introjektion“ (Feigl, 2007, S. 159).

Statt des im Dualismus vorherrschenden Nacheinanders haben wir es im Monismus mit einer Gleichzeitigkeit sich entsprechender physischer und phänomenologischer Aspekte zu tun. Damit scheint es allerdings auf den ersten Blick so zu sein, dass Aussagen, die eine kausale Verbindung zwischen Psychischem und Physischem zum Gegenstand haben wie: „Die auditive Halluzination ist eine Folge der Aktivität in den auditorischen Arealen“ hinfällig sind. Denn sie implizieren zwei verschiedene Entitäten, bei denen eine als Primat fungiert, während die andere ein sekundäres Phänomen darstellt. Stattdessen müsste die korrekte Aussage nun lauten: „Die Aktivität in den auditorischen Arealen ist die auftretende auditive Halluzination“. Da wir es nach der hier vorliegenden Prämisse also in Wirklichkeit nur mit einer Verlaufsreihe zu tun haben, stellt sich somit die Frage, ob die Identitätstheorie die in der schizophrenen Pathogenese vielfach postulierten Interaktionsprozesse zwischen psychischen und physischen Aspekten integrieren kann.

Wenn es richtig ist, dass es bestimmte Vorkommnisse in der Welt gibt, die in Abhängigkeit von der Perspektive des Betrachters entweder als Hirnprozesse oder als psychische Erlebnisse in Erscheinung treten, dann ließe sich im Falle solch eines Vorkommnisses auch mit Recht von einer psychophysischen Einheit sprechen. Eine solche psychophysische Einheit, die in diesem Fall beispielsweise aus einer auditiven Halluzination in der einen und aus einer erhöhten Aktivität im auditorischen Kortex in einer anderen Perspektive besteht, ließe sich vereinfacht mit der Komplexion „Halluzination – Aktivität im auditorischen Kortex“ bezeichnen. Für solch eine Einheit lässt sich nun völlig unproblematisch annehmen, dass sie in einem kausalen Zusammenhang mit anderen psychophysischen Einheiten oder auch rein physischen Prozessen, die in keiner Perspektive psychisch in Erscheinung treten, steht. Als eine vorausgehende psychophysische Einheit könnte man sich zur Veranschaulichung bestimmte kognitive Prozesse vorstellen, die eine Ich-Zersplitterungserfahrung als Störung der Ich-Konsistenz zum Gegenstand haben (vgl. Scharfetter, 1999). Solche Vorgänge ließen sich nun spekulativ mit dem postulierten ursächlichen neuronalen Prozess N1 assoziieren, womit man die Einheit „Ich-Inkonsistenzerfahrung – N1“ erhält. Dieser Vorgang kann nun auf die Einheit „Halluzination – Aktivität im auditorischen Kortex“ einwirken und sie modifizieren. Die Einheit „Halluzination – Aktivität im auditorischen Kortex“ kann unter der Prämisse der Identitätstheorie also durchaus in ein kausales Geflecht mit anderen psychophysischen Einheiten oder (ausschließlich) physischen Prozessen eingebettet sein. Allerdings lässt sich dieses eine kausale Geschehen auf unterschiedlichen Ebenen betrachten. Auf der psychischen Ebene des Erlebenden käme es zunächst zu einem Verlust der Gewissheit, ein zusammenhängendes, einheitliches Ganzes zu sein (Ich-Zersplitterungs-erfahrung), was daraufhin dazu führt, dass Gedanken nicht mehr als die eigenen erscheinen und es somit zu der Erlebnisqualität des „Stimmenhörens“ kommt. Betrachtet ein Hirnforscher dagegen zeitgleich die identischen Vorgänge, die in seiner Perspektive als physische Prozesse repräsentiert würden, würde er zunächst den Prozess N1 und daraufhin Aktivitäten in den auditorischen Arealen feststellen. Es bestehen hier also nicht zwei unabhängig voneinander ablaufende Kausalreihen oder -netze. Der psychische Kausalnexus ist der physische Kausalnexus in einer anderen Perspektive.

Unter Akzeptanz dieser Verbindungsvariante würde es also für das Krankheitsbild der Schizophrenie bedeuten, dass die sich phänomenologisch äußernden Symptome immer auch eine neuronale Realität haben. Das bedeutet aber auch, dass die zeitgleich aktivierten zerebralen Areale nicht die (Wirk-)Ursache3 der Halluzination sein können – dies können aufgrund der Gleichzeitigkeitsannahme nur diesen Prozessen vorgeschaltete Vorgänge und die evtl. wiederum damit assoziierten Bewusstseinsgeschehnisse sein. Weiterhin lässt sich ableiten, dass eine Veränderung im Bewusstsein des Betroffenen niemals ohne eine neuronale Veränderung stattfinden kann, da es sich um ein und denselben Vorgang handelt, und dass andersherum eine in die Aktualgenese des Bewusstseins involvierte neuronale Konfiguration sich niemals verändern kann, ohne dass sich dies auch im Bewusstsein des Betroffenen widerspiegelt.

Auch wenn auf theoretischer Ebene Einwände gegen die Identitätstheorie hervorgebracht wurden, auf die ich im Zuge der Besprechung des Funktionalismus eingehen werde, erweist sie sich im Hinblick auf die empirische Datenlage der Schizophrenie als sehr konsistent. Beide Störungsdimensionen können auf dem Fundament dieser Verbindungsvariante gleichermaßen gut integriert werden.

Funktionalismus: Psychopathologische Manifestationen als Fehlfunktionen austauschbarer neuronaler Strukturen und Prozesse

Der Funktionalismus hat sich vor allem in Reaktion auf das Argument der multiplen Realisierbarkeit von Putnam (1997), das gegen die Identitätstheorie erhoben wurde, herausgebildet. Wenn die Identitätstheorie in ihrer stärkeren typen-theoretischen Formulierung behauptet, mentale Ereignistypen sind physikalische bzw. neuronale Ereignistypen, dann behaupte sie nach Ansichten der Funktionalisten, dass alle mentalen Phänomene, die es überhaupt geben könnte, neuronale Phänomene sein müssen. Dies wird von den Vertretern des Funktionalismus vehement bestritten. Ihrer Ansicht nach könnten mentale Zustände auch durch gänzlich andere physische Strukturen realisiert werden als durch die typischerweise festgestellten neuronalen Prozesse. Eine bestimmte phänomenale Qualität ist demnach nicht an das Vorhandensein eines neuronalen Prozesses gebunden. Zwei psychische Vorgänge desselben Typs lassen sich auch nicht zwangsläufig auf einen ganz bestimmten Hirnvorgang zurückführen, sondern werden einfach nur als funktional äquivalent betrachtet; sie haben für diejenigen, die über diese psychischen Vorgänge verfügen, dieselbe funktionale Bedeutung. So weisen Schmerzen, die bei zwei Lebewesen mit einer stark divergierenden biologischen Grundlage – wie z.B. dem Mensch und dem Regenwurm – instantiiert werden, ein und dieselbe Funktion auf, nämlich auf eine lokale Schädigung der Physis aufmerksam zu machen, so dass geeignete Gegenmaßnahmen getroffen werden können. Ein bestimmter Systemzustand, der ein funktionales mentales Ereignis hervorbringt, ist in den Augen der Funktionalisten also unabhängig von einer konkreten materiellen Realisierung. Ein funktional äquivalentes System könnte denselben mentalen Zustand hervorbringen.

Da der Funktionalismus als Kernstück die multiple Realisierbarkeit von mentalen Vorgängen postuliert und ein System damit letztlich unabhängig von der konkreten physischen Realisierung ist, kommt der in einem spezifischen Einzellfall tatsächlich vorhandenen physischen Realisierungsgrundlage eine gewisse Beliebigkeit und damit nur noch eine geringe Bedeutung zu. So ist in einem konkreten Fall das Vorhandensein von bestimmten Hirnprozessen wie N1 oder die Aktivität im auditorischen Kortex zwar eine notwendige Voraussetzung für das Auftreten einer Halluzination, doch ist der Fakt, dass es gerade diese und keine anderen neuronalen Prozesse sind, hier nicht weiter wichtig. Voraussetzung ist das bloße Vorhandensein irgendeines geeigneten physikalischen Systems. Daher könnten die hier vorliegenden physischen Prozesse prinzipiell auch durch gänzlich andere (sogar unbelebte) ausgetauscht werden. Eine auditive Halluzination müsste sich demnach auch in jedem anderen funktional äquivalenten System und somit auch in künstlichen Systemen erzeugen lassen. Es ist allerdings schwer vorstellbar, dass ein künstliches System, das einen funktionalen Zustand realisiert, hiermit auch gleichzeitig einen mentalen Zustand aufweist, so dass es wie ein Mensch eine eigene bewusste Sphäre, einen ‚Innenraum’ hat.

Hieran schließt sich eine Schwierigkeit in Bezug auf die phänomenologische Symptomatik der Schizophrenie an. Die im Bewusstsein des Betroffenen auftauchende Halluzination muss – da sie ein mentaler Zustand ist – auch als ein funktionaler Zustand des Systems angesehen werden. Dies gilt ebenso für alle anderen sich in der phänomenologischen Perspektive manifestierenden Symptome wie eine inadäquate Gefühlsreaktion, Gedankeneingebung, -ausbreitung sowie -entzug, Wahnvorstellungen usw. Nun lässt sich natürlich kritisch fragen, was die Funktion all dieser mentalen Zustände sein soll? Der Funktionalist würde wohl erwidern, dass solche Zustände Ausdruck eines misslungenen Versuches sind, einen funktionalen Zustand aufzubauen. Sie wären also Fehlfunktionen. Für eine solche Auffassung finden sich auch in der psychopathologischen Literatur zahlreiche Beispiele. So wird das Vorkommen wahnhafter und halluzinatorischer Symptome mitunter einem pathologischer Funktionswandel, einem „Verlust an Gewohnheitshierarchien“ (Huber, 2005, S. 274) im Rahmen einer Störung der Informationsverarbeitung zugeschrieben. Aus dem Langzeitgedächtnis würden hierdurch unangemessen viele irrelevante und situativ inadäquate Informationen in das Bewusstsein treten.

Eine Schwierigkeit, die sich bei der Bewertung des Funktionalismus allerdings unweigerlich ergibt, betrifft die Frage, in welchem ontologischen Zusammenhang die funktionalen Erklärungen auf der eingeführten Zwischenebene ‚formaler Algorithmen’ bzw. der Informationsverarbeitung mit der phänomenologischen Symptomatik einerseits als auch den neuronalen Prozessen andererseits stehen. In ontologischer Hinsicht scheinen sich die Probleme beim Funktionalismus also zunächst sogar vergrößert zu haben, denn nun gibt es nicht mehr zwei sondern gleich drei Dimensionen, deren Verhältnis zueinander bestimmt werden muss. Mittlerweile werden aber, insbesondere seit dem Aufkommen der neueren bildgebenden Verfahren wie PET und fMRT, vermehrt Anstrengungen unternommen, die neuronalen Entsprechungen der postulierten funktionalen (Informationsverarbeitungs-)Prozesse zu finden. Allerdings weist man hiermit bestimmten neuronalen Strukturen und Prozessen eine größere Bedeutung zu, als ihnen nach der Prämisse des Funktionalismus zukommen dürfte. Denn wenn man sich auf die Suche nach dem Substrat der Arbeitsgedächtnisstörungen begibt, ist die Forschungsintention sicher nicht eine völlig beliebige, von Fall zu Fall gänzlich austauschbare materielle Grundlage der phänomenologischen Symptomatik zu finden, sondern es gilt, Strukturen und Prozesse zu identifizieren, deren Zusammenspiel und deren spezifische Beschaffenheit für das Störungsgeschehen entscheidend sind.

Diskussion und Ausblick

Die – zumindest teilweise – intuitiv plausiblen dualistischen Lösungskonzeptionen des Leib-Seele-Problems haben sich bei genauerer Analyse sowohl in Hinsicht auf ihre begrifflich-theoretische Stimmigkeit als auch in Hinblick auf die empirische Datenlage zur Schizophrenie als relativ problematisch erwiesen. Allenfalls der Epiphänomenalismus kann den überwiegenden Teil der neuronalen und phänomenologischen Daten integrieren. Der interaktionistische Dualismus lässt zwar alle der Ätiologie der Schizophrenie entnommenen empirischen Fakten zu, doch hat er auf der begrifflich-theoretischen Ebene große Schwierigkeiten, insbesondere durch seinen Verstoß gegen physikalische Grundprinzipien.

Als konsistenteste Konzeption hat sich der monistische Ansatz der Identitätstheorie herausgestellt und dies in begrifflich-theoretischer und anwendungsbezogener Hinsicht. Nach Maßgabe der Identitätstheorie werden psychopathologische Phänomene wie Halluzinationen mit den korrelierten materiellen Strukturen bzw. Prozessen im Gehirn des Betroffenen identifiziert. Insofern zeichnet sich die Identitätstheorie gegenüber dualistischen Ansätzen durch ihre ontologische Sparsamkeit (Parsimonität) aus. Gleichermaßen weißt sie – wie exemplarisch am Beispiel der Schizophrenie gezeigt wurde – eine große intertheoretische Kohärenz mit bereits existierenden und bewährten wissenschaftlichen Theorien auf. Ungeachtet dieser Vorteile gibt es auch einige grundsätzliche Schwierigkeiten, mit denen die Identitätstheorie zu kämpfen hat, wie z.B. die bereits erwähnte Frage nach der multiplen Realisierbarkeit mentaler Zustände. Weiterhin muss thematisiert werden, wie es überhaupt zustande kommen soll, dass sich ein materieller Hirnprozess, wie er als Untersuchungsobjekt einem Physiologen zugänglich ist, im Bewusstsein des Erlebenden als ein mentales Ereignis mit einer spezifischen phänomenalen Qualität manifestiert. Ein wichtiges Bestimmungsstück, beim Versuch, eine Antwort auf diese Frage zu finden, liegt meines Erachtens in der Perspektivität menschlichen Bewusstseins. Bereits Fechner (1922) hat darauf hingewiesen, dass die phänomenale Verschiedenheit psychischer und physischer Zustände in der vom Standpunkt des Betrachters abhängigen Zugangsweise zu ein und demselben Vorkommnis begründet ist. So repräsentieren Menschen Gegenstände ihrer Umwelt grundsätzlich unter Maßgabe einer bestimmten (räumlichen) Perspektive, die sie diesen gegenüber einnehmen. So kann ein und derselbe Gegenstand, der von zwei unterschiedlichen Perspektiven aus betrachtet wird, auch in einer ganz unterschiedlichen Form repräsentiert werden. Eine gute Illustration können an dieser Stelle verschiedene wissenschaftliche Perspektiven abgeben (z.B. Mikrophysik vs. Ökologie), zwischen denen ein gewaltiger Unterschied im Auflösungsgrad bei der Betrachtung ihrer Forschungsobjekte besteht. Natürlich ist die Perspektive, die man seinen eigenen Bewusstseinszuständen gegenüber einnimmt, eine ganz besondere. Man spricht hier auch von einem unmittelbaren oder auch privilegierten Zugang aus der Perspektive der ersten Person. Nur in dieser Perspektive sind phänomenale Qualitäten oder Qualia, der spezifische Eindruck, wie sich ein Zustand ‚anfühlt’, zugänglich (vgl. Nagel, 1997). Auf dieselbe Entität kann der Physiologe aus der Dritte-Person-Perspektive also nur über beispielsweise bildgebende Verfahren wie fMRT oder EEG zugreifen und erhält somit eine qualitativ ganz andere Repräsentation.

Aber, so lässt sich weiter fragen, wieso kommt es überhaupt zum Auseinandertreten zweier solch stark divergierender Erscheinungsformen? Wieso gibt es überhaupt so etwas wie die Perspektive der ersten Person? Im Kern ist dies die Frage nach der Subjektivität psychischer Zustände. Natürlich ist es an dieser Stelle nicht möglich, eine wirklich befriedigende Antwort auf diese schwierige Frage zu geben. Anregungen, wie eine solche Antwort aussehen könnte, finden sich z.B. in der Selbstmodell-Theorie der Subjektivität (SMT) von Metzinger (2006). Zentral ist auch hier die Annahme, dass Menschen über die Fähigkeit verfügen, ihre Umwelt zu repräsentieren. Dabei wird eine Repräsentation zunächst nur als ein physischer Teil des repräsentierenden Systems, also als ein komplexer neuronaler Zustand im Gehirn, angesehen. Die SMT geht nun der Frage nach, welche Eigenschaften Repräsentationen in einem System haben müssen, um zu phänomenalen Repräsentationen zu werden, deren Inhalt also zugleich Inhalt eines bewussten Erlebens ist. Die für die aufgeworfene Frage entscheidende Eigenschaft ist das hier aufgeführte phänomenale Strukturmerkmal der Transparenz. So besteht nach Metzinger „[d]ie phänomenale Gegenwart, das Erscheinen einer Welt […], in der Aktivierung eines einzigen, kohärenten und globalen Modells der Realität […], innerhalb eines virtuellen Gegenwartsfensters […], das durch das System, welches es in sich erzeugt, introspektiv nicht als Modell erkannt werden kann“ (S. 427). Transparenz bedeutet in diesem Kontext, dass wir für den repräsentationalen Charakter unseres Bewusstseins in gewisser Weise ‚blind’ sind. Die meisten mentalen Modelle werden so schnell und zuverlässig aktiviert, dass wir quasi ‚durch sie hindurchschauen’ und ihre Modellhaftigkeit bzw. ihre neuronale Realisierung nicht erkennen. Der Mensch denkt und agiert deshalb so, als wäre er stets mit der Realität selbst und nicht ihrer Repräsentation konfrontiert, weshalb wir im Alltag alle ‚naive Realisten’ sind. Auch wenn Metzingers Selbstmodell-Theorie im Hinblick auf die eigentliche Entstehung von Subjektivität weitestgehend auf einer deskriptiven Ebene stehen bleiben mag, kann sie doch unseren Eindruck der Verschiedenheit von neuronalen und mentalen Prozessen ganz gut erklären.

Wie sich in dieser Arbeit gezeigt hat, hat auch der Funktionalismus eine Reihe von Vorzügen. So kann er mentale Zustände von ihrer Funktion her bzw. über ihre kausale Rolle analysieren und so auch die im Rahmen der Schizophrenie auftretenden Halluzinationen durch das Scheitern des Aufbaus eines funktionalen Zustands erklären. Hier lässt sich aber nun auch kritisch fragen, welchen Status dann überhaupt noch das Erlebnis des Betroffenen hat, wenn Halluzinationen aus kognitionswissenschaftlicher Sicht Fehlfunktionen sind. Der schizophrene Patient ist ja in vielen Fällen von der Gültigkeit seiner Wahrnehmungen überzeugt und würde diese zumeist nicht als Fehlwahrnehmungen bezeichnen. Ist die Bewertung des Betroffenen nun aber ihrerseits wieder nur eine Fehlfunktion? Verliert die subjektive Perspektive gegenüber einer objektiven kognitions- bzw. neurowissenschaftlichen Perspektive ihre Gültigkeit? Diese Problemstellung, die hier nur angerissen werden kann, muss allerdings nicht überbewertet werden, da es zwar sicher richtig ist, dass sich aus der bloßen Beschaffenheit unseres Erlebens noch kein objektiver Erkenntnisanspruch ableiten lässt, dem Betroffenen aber nichtsdestotrotz eine subjektive Evidenz bezüglich der phänomenalen Qualität eines Erlebnisses (‚wie-es-sich-anfühlt’) zugesprochen werden kann. Eine Bewertung oder Einschätzung dieser Qualität kann nun allerdings schon einem Irrtum unterliegen. So lässt sich meines Erachtens (mit Blick auf die Identitätstheorie) sagen, dass die physische Ebene in gewisser Weise fundierender ist, da es durchaus die Möglichkeit gibt, sich im Hinblick auf seine eigenen mentalen Zustände zu irren. So sind aus der Emotionspsychologie Experimente bekannt, in denen die Probanden von einer experimentell induzierten körperlichen Erregung fälschlicherweise auf bestimmte Emotionen (z.B. ‚Verliebtheit’) bei sich selbst geschlossen haben (vgl. Sinclair, Hoffman, Mark, Martin & Pickering, 1994). Es kann also grundsätzlich zu einer Fehleinschätzung oder Verwechslung von mentalen Zuständen kommen, die prinzipiell durch objektive Messungen und eine Rückmeldung an den Probanden korrigiert werden könnten.

Auch wenn so der physischen Seite ein gewisses Primat zugesprochen wird, ist hiermit noch keine vollständige Reduktion begründet, bei eine Seite einer Identifikationsgleichung (mentale Zustände) zugunsten der anderen (neuronale Zustände) aufgegeben wird. So wird von den Vertretern des Eliminativen Materialismus (vgl. z.B. Churchland, 1981) behauptet, dass unsere Rede von mentalen Zuständen nur auf einer überholten Theorie, der so genannten Alltagspsychologie basiert, die im Zuge der weiter voranschreitenden Forschung sukzessive durch eine adäquatere neurowissenschaftliche Theorie ersetzt werden wird, so dass wir unsere Erfahrungen zukünftig in neuronalen Termini beschreiben werden. Was wir zuvor als Gedanken, Gefühle etc. erlebt haben, gibt es demnach nicht wirklich. Solche Zustände sind nur Artefakte einer überholten Theorie. Eine solche vollständige Reduktion erscheint aber unplausibel. Zum einen hat man mit der Ersetzung eines Vokabulars durch ein anderes, mittels dessen man auf bestimmte Zustände Bezug nimmt, noch nicht diese Zustände selbst eliminiert. Zum anderen lässt sich der Einspruch erheben, dass der Eliminative Materialismus mit seiner Behauptung, dass es letztendlich keine mentalen Zustände gibt, selbstwidersprüchlich ist, indem er selbst als eine Wissen vermittelnde Theorie firmiert, obwohl die Existenz von Wissenszuständen (als mentale Zustände) ja gerade verneint werden soll.

Eine zukunftsweisende Forschungsstrategie – gerade auch im Hinblick auf die noch lange nicht abgeschlossene Erforschung der Schizophrenie – dürfte die Verbindung identitätstheoretischer und funktionalistischer Prinzipien sein. Auch wenn dies oft missverständlich dargestellt wird, ist es evident, dass der Funktionalismus sich gar nicht derselben Frage angenommen hat wie die Identitätstheorie und es somit schon aus rein begrifflich-theoretischen Gründen kein Entweder-Oder zwischen beiden Konzeptionen geben kann. Die Identitätstheorie hat versucht aufzuzeigen, in welchem ontologischen Verhältnis Hirnprozesse und Bewusstseinsvorgänge stehen. Diese Frage klammert der Funktionalismus bewusst aus oder – wie es oft heißt – er verhält sich in dieser Frage ‚neutral’. Mit seiner zentralen Aussage, dass man mentale Prozesse von ihrer Funktion her verstehen sollte, greift er einen ganz anderen, durchaus nicht weniger relevanten Aspekt der Leib-Seele-Frage auf: Was ist das Wesen mentaler Zustände? Warum gibt es sie überhaupt? Mit Verweis auf die Evolutionstheorie könnte man sagen, dass sie sich herausgebildet haben, da sie einen funktionalen Charakter für den Organismus aufweisen und damit einen Selektionsvorteil darstellen.

Wenn der Funktionalismus nun die Bedeutung der nun mal in Bezug auf Schizophrenie vorliegenden neuronalen Aspekte einräumt bzw. im Sinne der Identitätstheorie die Identität von miteinander assoziierten psychischen und physischen Gegebenheiten anerkennt, dann dürfte sich hieraus ein überaus wirkungsvolles Forschungsparadigma ergeben. Die von Huber (2005) erwähnten neueren Bemühungen, im Rahmen der Schizophrenie theoretisch postulierte Störungen der Informationsverarbeitung mit neuronalen Strukturen und Aktivitäten zu identifizieren, dürften wichtige Schritte in diese Richtung sein.

Literatur

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Churchland, P. M. (1981). Eliminative materialism and the propositional attitudes. Journal of Philosophy, 78, 67-90.

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Endnoten

1 Hiermit soll auch ganz im Sinne Kuhns (1976) gemeint sein, dass bereits in der Wahrnehmung selbst theoretische Voreinnahmen wirken (konzeptgeleitete Wahrnehmung), die durch ein bestimmtes Paradigma nahe gelegt werden und bereits auf dieser Ebene zu einer Strukturierung des Wahrgenommenen führen.

2 Psychische Vorgänge werden gemäß den Prämissen des Dualismus nicht als etwas Materielles/Physisches angesehen. Im materialistischen Monismus lässt sich dagegen auch von psychischen Prozessen als physischen Prozessen sprechen.

3 Hiermit ist nach der Nomenklatur von Aristoteles (1995) die Ursache im Sinne der causa efficiens (Wirkursache) gemeint. Natürlich könnte hier weiterhin einer von einer causa materialis (Materialursache) gesprochen werden. Dies wäre allerdings eine Abkehr vom herkömmlichen Gebrauch des Wortes ‚Ursache’, für das sich die Bedeutung der causa efficiens durchgesetzt hat.


Dipl.-Psych. Mike Lüdmann M.A.
Universität Duisburg-Essen
Campus Essen
Institut für Psychologie
Universitätsstraße 11
45141 Essen
mike.luedmann@uni-due.de

Mike Lüdmann ist Mitarbeiter im Fachbereich Bildungswissenschaften an der Universität Duisburg-Essen (Universitätsstraße 11, 45141 Essen). Er hat an den Universitäten Oldenburg und Trier Diplom-Psychologie, Verhaltensgenetik und Philosophie (Magister) studiert und wurde von der Studienstiftung des deutschen Volkes gefördert. Seine Arbeitsgebiete sind Philosophie des Geistes, Psychopathologie und kognitive Entwicklungspsychologie.




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